lookstat.com: Wie gut verkauft sich ein Bild über mehrere Agenturen hinweg?
Diese einfache Frage hat leider keine einfache antwort. Zwar kann der Fotografer so gut organisiert sein wie er will, die Agenturen vergeben leider ihre eigenen Bildnamen, so dass aus einem Bild plötzlich N-verschiedene Namen / ID´s zusammenkommen. Das fängt schon bei den Bestätigungs e-mail der Agenturen an:
Wenn ich das Bild Namens “Mein-Super-Bild-Aus-Rom-Italien.JPG” zu einer Agentur schicke und sie auch akzeptiert wird, bekomme ich ein Mail mit dem Text: “Your Image 7324-schlagmichtod has been accepted”. Woher weiss ich, welches Bild das ist ?
Ähnliches passiert, wenn man den Verdienst pro Bild über mehrere Agenturen hinweg ermitteln will. Da bleibt dem armen ambitionierten Stockfotografer nichts anders übrig, als das Bild in jeder Agentur manuell aufrufen, ein Excel führen und damit eigene Statistiken zu erstellen (als man dazu noch Zeit hätte). Eigentlich könnte man doch in Zeiten des Internet 2.0 /webservices/unbegrenzten-daten-austausch-5.0 diese einfache Tätigkeit automatisieren und den Computer für sich arbeiten lassen oder ?
Diese Idee hatten auch die Gründer von Lookstat.com und bieten genau diesen Service in web an. Nach der kostenlosen Anmeldung schaut das schlaue system selbständig nach ihren Bilder, führt zusammen was zusammen gehört und addiert alle Erlöse zusammen. Damit bekommt man, was man schon immer haben wollte: eine Aufstellung der Erlösen pro Bild über mehrere Agenturen hinweg.
Das wäre in der Tat zu schön, um wahr zu sein. Also hat die Sache einen Hacken: die Anzahl der “Agenturen” ist momentan auf zwei begrenzt: iStock und Dreamstime.com. Mit den anderen ist man in Verhandlungen.
Eigentlich verständlich, dass die Agenturen nicht allzugrosses Interesse haben, den elektronischen Spion durch ihre heiligen Toren zu durchzulassen. Schliesslich kostet Bandbreite und erzeugt ein flaues gefühl, wenn irgend ein bot sich Daten aus dem System “aussaugt”. Shutterstock zum Beispiel hat einen dicken Riegel vorgeschoben, selbst die Fotografen müssen den kleinen Idiotentest (Schrift Erkennen) über sich ergehen lassen, jedesmal wenn sie in ihr Account wollen. Wir müssen leider draussen bleiben, heiss dann für die kleinen bots-automaten.
Aber auch die Fotografen sind nicht immer von der Idee begeistert, ihre Login Daten einer privaten Firma Preis zu geben. Wer weiss, was die Firma später damit macht. Dann kann man natürlich sich getrost an die zuständigen Gerichte des Staats Washington wenden, die werden einem sicherlich schnell und unbürokratisch helfen, vorausgesetzt man kann den nicht allzugünstigen amerikanischen Anwalt zahlen. Aber spass bei Seite:
Wenn man hauptsächlich mit iStockphoto und Dreamstime zusammenarbeitet, nicht viel Wert auf Datenschutz liegt und sich die Arbeit des mühsamen analysieren entledigen muss, für den ist Lookstats.com ein Versuch wert.
Nachtrag Juli 2009 Ich habe die Seite getestet, bekam eine konsolidiertes Bild von meinem Portfolios in Dreamstime und iStock. Leider waren die Zahlen grottenfalsch. Support hat schnell und freundlich reagiert, anscheinend ein Bug bei der Initialisierung. Es wurde mittlerweile gelöst und das Report stimmt.