Yuri Arcurs und der Microstock Preisverfall

Yuri Arcurs, einer der grössten Stockfotografen der Welt und Microstock Spezialist beklagt sich in einem Kommentar zu einem (übrigens sehr interessanten) Blog Posting über den Preisverfall von Microstock in den letzten Jahren. Dabei plauderte er aus dem Nähkästchen und erlaubte einige Einblicke in seine Buchhaltung. Früher hätte er pro Bild  in Monat über 10 $ verdient, in 2009 fiel der Betrag um die Hälfte auf nur noch 5$.  Schauen wir mal in Dreamstime, sein Portfolio umfasst nicht weniger als 25.000 Bilder, a 5$ pro Bild sind es immer noch 125.000$ Umsatz in Monat. Nicht schlecht, trotz Preisverfall. Aber er hat ja wohl hohe Produktionskosten um die superbe Qualität seiner Bilder  zu halten. Er versucht sich sowohl durch Qualität als durch eine sehr hohe Anzahl von Bilder zu differenzieren, aber das wird immer schwer.

Yuri´s Problem ist das sogenannte  “Crowdsourcing“. Er alleine kann zwar 25.000 Bilder mit hoher Qualität produzieren, damit können nur hervorragende Fotografen gegen ihn konkurrieren, oder wiederum 25.000 Fotografen die nur ein einziges gutes Bild produzieren. Das die Digitale Ausrüstung immer billiger wird, immer mehr Fotografen drängen am Markt die immer mehr Bilder zu immer niedrigeren Preisen anbieten.  Am Ende hat keiner von diesen 25.000 Fotografen viel Geld verdient, aber genug um die Geschäftsgrundlage eines Yuri Arcurs allmählich zu ruinieren.  Das sind ist das Spiel, was in den Microstockagenturen nunmal gespielt wird.  Laut Yuri brauchen die anspruchsvolle Amateure sich nicht um “Return pro Image” oder hohe Preise für die Ausrüstung zu scheren, da für sie das fotografieren ohnehin nur ein Hobby ist. Vielleicht haben die Amateure einfach eine bessere Kostenstruktur ? Die Restaurants verdienen ja nicht an das teure Essen, sondern an den Getränken. Also Rentabilität ist das Zauberwort.

Da ist wohl ein Körnchen Wahrheit drin.  Die gute Nachricht jedoch ist: noch nie gab es so viel Nachfrage für Bilder wie jetzt. Blogger brauchen täglich Bilder, genau so wie Websitebetreiber sowie eine Vielzahl von Menschen, die noch nie in der Vergangenheit gedacht hätte, Geld für ein Bild auszugeben.

Mode, der rasanter technischer Fortschritt führt dazu, dass das riesige Bildbestand der Agenturen ständig erneuert werden muss. Wer kauf z.B. Bilder wo in einem Büro Röhrenmonitore oder klobige Telefone zu sehen sind?

Oft zeigen die Marktführer eine klare Richtung des Marktes an. Beispiel iStockphoto.com: Qualitativ hochwertige Bilder gehen zunehmend in die “créme de la créme” Vetta Collection,  der Rest ist mittlere Qualität und günstig zu haben. Getty verkauft ihre RF Bilder immer günstiger, so dass RF und Microstock langsam verschmelzen.  Teure RM Anbieter halten noch tapfer die Stellung, aber sie werden zunehmend gegen die “Premium” Kollektionen á la Vetta konkurrieren müssen.

Die Konsolidierung des Marktes setzt sich rasant fort, wie das Verschwinden von Stockxpert.com zeigt. Am Ende werden nur noch wenige Spieler übrig bleiben die die Konditionen des Marktes diktieren werden. Die Preise  werden sich vermutlich irgendwo zwischen den alten RF- und jetztige Microstock-Preise einpendeln.

Was bedeutet dies für die Microstock Nachwuchsfotografen ? Differenzierung ist das Zauberwort, durch Kreativität und Qualität, wie die Fotografen aus dem Ostblock eindrucksvoll zeigen. Es bleibt spannend.

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